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Ayurvedische Ernährung und die positive Auswirkung auf die Gesundheit

Gastartikel von Elisabeth Mauracher von European Ayurveda® & Yoga Resort Sonnhof in Tirol.

Was wir essen, beeinflusst die Gesundheit. Das weiß auch die Ayurveda-Lehre. Übersetzt bedeutet es  „Wissen vom langen Leben“. Laut Ayurveda können wir mit der richtigen Kombination von leicht verdaulichen Lebensmitteln so manche Beschwerden wirksam bekämpfen. Was und wie solltest Du also essen, wenn Du zum Beispiel mit Verdauungsproblemen oder Hautkrankheiten kämpfst?

Ayurvedische Ernährung: Welcher Typ bin ich?

Ernährung ist eins der zentralen vier Elemente im Ayurveda. Die „richtige“ Ernährung hängt dabei vom individuellen Konstitutionstyp ab. Es gibt drei dieser sogenannten Doshas, und jeder Typ äußert sich in bestimmten Charakterzügen, Gesundheitszuständen und äußerlichen Merkmalen.

Vata, Pitta und Kapha: Diese drei Typen repräsentieren im Körper die Elemente Wind, Feuer und Wasser. Eine Typeinschätzung kannst Du in einem Dosha-Test oder bei einem Ayurveda-Therapeuten bekommen. Übrigens: Bei vielen Menschen liegen Mischformen aus den drei Doshas vor. Hier findest Du einen ersten Überblick über die gängigsten Dosha-Merkmale.

Vata-Typ

Vata, übersetzt „Wind“, symbolisiert den Körper als Objekt in Bewegung. Als Vata-Typ bist Du also bewegungsfreudig und hast einen eher schmalen Körperbau. Das Haar ist dünn und deine Haut schnell einmal trocken und schuppig.

Pitta-Typ

Pitta, die „Galle“, basiert auf dem Element Feuer und sorgt für den Stoffwechsel. Entsprechend feurig ist bei Pitta-Typen auch das Temperament! Der Körperbau ist muskulös und sportlich. Als Pitta-Mensch sind Dir vermutlich auch Sommersprossen, ölige Haut und feine Haare nicht unbekannt.

Kapha-Typ

Kapha lässt sich mit „Schleim“ übersetzen. Das mag zwar nicht gerade schön klingen, heißt aber nur, dass Kapha-Menschen eine sehr ruhige, stabile Konstitution haben. Der Körperbau ist stämmig und neigt zu Übergewicht, da Kapha-Typen eher träge sind. Die Haare sind kräftig.

Und diese Eigenschaften sollen sich durch die Ernährung beeinflussen lassen? Die Ayurveda-Lehre sagt ganz eindeutig ja! Natürlich können wir hier nur einen Überblick geben, aber vielleicht reicht das ja schon, um Dein eigenes Dosha zu fördern…

Ayurvedische Ernährung

© Unsplash

Grundlagen der ayurvedischen Ernährung

Eigentlich ist die Ayurveda-Küche schnell erklärt: Das Ziel ist es, die Doshas im Gleichgewicht zu halten und das Verdauungsfeuer, genannt Agni, anzuregen. So kann der Stoffwechsel optimal ablaufen – genauer gesagt Pachana, die Verdauung jedes einzelnen Sinnesreizes.

Diese Optimierung funktioniert, wenn wir folgende Ayurveda-Ernährungsgrundsätze beachten:

  • Es sollten alle 6 Geschmacksrichtung (Rasas) in einer Mahlzeit vereint sein. Die Rasas sind süß, sauer, scharf, salzig, bitter und herb.
  • Obst sollte man separat essen und Rohkost nur mittags.
  • Milch kombiniert man besser nicht mit Salzigem oder Saurem.
  • Getreide und fettige Lebensmittel werden möglichst nur gemeinsam mit Gemüse gegessen.
  • Dünsten oder dämpfen ist besser als anbraten.
  • Tierische Eiweiße sollten nicht gemischt werden.

Es ist kaum überraschend, dass auch die Ayurveda-Küche besagt: Weder fettiges, salziges Essen noch schwer verdauliche Nahrung, allzu hastiges und übermäßiges Essen, Alkohol und Fast Food ist eine gute Idee. Deutlich besser ist es laut Ayurveda, frische Lebensmittel und aromatische Gewürze wie Ingwer, Meerrettich oder Basilikum zu essen. Hülsenfrüchte und Reis sind übrigens immer erlaubt.

Natürlich spielt auch die Verteilung der Mahlzeiten über den Tag eine Rolle. Am besten, so die Lehre, isst Du dreimal täglich und lässt dazwischen mehrere Stunden Pause. Das heißt also: lieber keine Zwischenmahlzeiten. Übrigens ist die perfekte Aufteilung deiner Magenkapazitäten laut Ayurveda:

  • Ein Drittel feste Nahrung
  • Ein Drittel Flüssigkeit
  • Ein Drittel bleibt leer

Klingt kompliziert? Muss es gar nicht sein, wenn man bedenkt, dass es im Grunde nur darum geht, leicht und ausgewogen zu essen. Und immerhin kann sich die Ayurveda-Ernährung deutlich positiv auf die Gesundheit auswirken!

Ayurvedische Ernährung

© Unsplash

Ayurvedisch ernähren: Wie die Gesundheit profitiert

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Ayurveda für die Gesundheit einzusetzen. So kannst Du Dir zum Beispiel mit einer kleinen ayurvedischen Hausapotheke oder mit der richtigen Ayurveda-Haarpflege zusätzlich etwas Gutes tun. Auf der Ernährungsebene hilft Ayurveda unter anderem bei Verdauungsproblemen oder Schuppenflechten bzw. Hautproblemen allgemein.

Ayurvedische Ernährung bei Verdauungsbeschwerden

Blähungen, Appetitlosigkeit, Unverträglichkeiten: Diese und andere Beschwerden gehen laut Ayurveda-Lehre auf toxische Stoffe zurück. Das sogenannte Ama entsteht, wenn Essen schlecht verdaut wird. Die Lösung ist also, das Verdauungsfeuer anzuregen, zum Beispiel mit den richtigen Gewürzen: Kardamom, Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma oder schwarzer Pfeffer sind gute Idee!

Du kannst Deinen Verdauungstrakt übrigens auch mit Getränken unterstützen. Ingwertee ist das Stichwort: Übergieße fünf dünne Ingwerscheiben mit einem Liter kochendem Wasser und lass die Mischung zehn Minuten ziehen. Mach Dir am besten gleich einen Vorrat und trinke den ganzen Tag über stündlich eine Tasse.

Ayurvedische Ernährung bei Schuppenflechte und Hautproblemen

Hautprobleme entstehen laut Ayurveda, wenn der sogenannte Nährsaft, Rasa Dhatu, geschwächt ist. Dann wird die Haut unrein, trocken – und spiegelt nach außen wider, dass mit der Gesundheit etwas nicht stimmt.

Bei Schuppenflechte zum Beispiel sind alle drei Doshas gestört, sodass auf der Haut schuppige, entzündliche Flächen entstehen. Abhilfe schafft dann geklärte Butter: Ghee hemmt Entzündungen und kann auf viele Arten aufgenommen werden. Du kannst es einfach beim Braten oder Backen verwenden, insgesamt möglichst eine Woche lang 60 ml pro Tag. Ebenso entzündungshemmend wirken auch Leinöl oder Kurkuma.

Das viel zitierte „Du bist, was Du isst“ wird auch in der Ayurveda-Ernährungslehre aufgegriffen. Mehr Achtsamkeit beim Essen und ein ausgewogener Speiseplan: Eigentlich nicht schwer zu glauben, dass das der Gesundheit nur guttun kann, oder?

Lisa-Mauracher vom European Ayurveda® & Yoga Resort Sonnhof

© European Ayurveda® & Yoga Resort Sonnhof

Autorin: Elisabeth Mauracher

Position: Geschäftsführerin & Yoga Instruktorin

Elisabeth Mauracher leitet mit viel Engagement das European Ayurveda® & Yoga Resort Sonnhof in Hinterthiersee, Tirol. Zu ihren Aufgabenbereichen zählen neben der Leitung des elterlichen Hotelbetriebs, auch das Personalwesen und die Betreuung der Gäste. Abgesehen davon leitet sie Yoga- und Coachingstunden im Sonnhof und vermittelt ihr Wissen im Sonnhof Ayurveda Blog in YouTube Videos.

 

 

 

 

 

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