8 Dinge, die Island mich lehrte

Im November letzten Jahres war es soweit. Ein langersehnter Wunsch ging für mich in Erfüllung. Island, eine Insel voller eindrucksvoller Naturgewalten und -phänomenen. In bisher keinem Land habe ich diese Extreme so erlebt wie hier. Hochaktive Vulkane, Polarlichter, Europas größter Gletscher, sprudelnde Geysire, glasklare blaue Seen, zahlreiche Thermalquellen, Landschaften in giftgrün, mit schwarzer Lava oder weißem Schnee bedeckt. Diese Reise lehrte mich so viele Dinge, die ich Dir nicht vorenthalten möchte. Island prägte mich nachhaltig oder in Kevin Relly´s Worten ausgedrückt:

„Reisen ist immer noch die intensivste Art und Weise, zu lernen.“

Island Geysir Strokkur Golden Circle

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Island Wasserfall Gullfoss

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Island Vik Black Sand Beach

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Islands Natur

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8 Dinge, die Island mich lehrte

 

1. An Grenzen kommen und über sich hinauswachsen

Hast Du schon einmal im Eiswasser geschnorchelt oder bist getaucht? So nenne ich das Gewässer in der Silfra-Spalte. Das ist der Ort, wo die amerikanische und die eurasische Erdplatte aufeinandertreffen. Unsere gesamte Erde liegt auf solchen Platten, die sich stetig bewegen. Hier kannst Du zwischen den Kontinentalplatten schnorcheln oder tauchen. Das ganze Jahr über bleibt die Wassertemperatur konstant und bewegt sich zwischen 0 °C und 3 °C. Wenn ich es in einem Satz beschreiben müsste: Adrenalin pur, ein absoluter Gefühlsrausch und eine einmalige Erfahrung, die man einfach erlebt haben muss. Den vollständigen Erfahrungsbericht dazu, findest Du hier.

Island Silfra-Spalte

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Island Silfra-Spalte

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2. Extreme aushalten

Die Bäder des Geothermalbades Laugarvatn Fontana haben teilweise 40 °C. Vor diesem Bad liegt ein See. Er hat geschätzte 2 °C, wie die Silfra-Spalte, und wird gerne genutzt, um sich nach dem Saunagang oder heißen Bad, abzukühlen. Das Ganze funktioniert nur ohne Trockenanzug, sprich in Badebekleidung. Ich wage es und gehe einmal komplett rein. Unmittelbar denke ich an dem Film Titanic, wo Leo in der einen Szene im Wasser treibt, während Kate auf der Tür liegt. Es fühlt sich wahrhaftig wie tausende Nadelstiche an. Ich zähle zwei Sekunden, bevor ich schreiend wieder rausspringe.

Island See Laugavartn Fontana

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3. Wie winzig wir in dieser großen Welt doch wirken

Gänsehaut-Feeling pur sage ich Dir! Ich stehe vor knapp acht Kilometer langen Eis. Der Sólheimajökull ist eine Gletscherzunge des Mýrdalsjökull (ein Gletscher über dem hochgradig aktiven Vulkan Katla). Ich bin von dem gewaltigen Naturphänomen ergriffen und empfinde es als außergewöhnlich zugleich. Selten habe ich so etwas Schönes und Beeindruckendes gesehen. Es zeigen sich mir unzählige Weiß- und Blautöne, dazwischen sichte ich schwarze Asche. Zum ersten Mal stehe ich neben einem Gletscher und berühre das mehrere tausend Jahre alte Eis, das sich seinen Weg hierhin bahnte. Krass!

Island Gletscher Solheimjokull

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Island Gletscher Solheimjokull

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Island Gletscher Solheimjokull

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4. Demut gegenüber Naturschönheiten

Islands Wasserfälle haben es mir angetan. Egal, ob es der Gullfoss, Háifoss oder Seljalandsfoss ist. Jeder Wasserfall hat seine Eigenheit. Der Gullfoss ist Islands berühmtester Wasserfall, der über zwei spektakuläre Kaskaden 32 Meter in die Tiefe stürzt. Der Seljalandsfoss liegt direkt unter dem Gletscher des Eyjafjallajökul und stürzt 66 Meter in die Tiefe. Wer schon immer mal hinter einem Wasserfall laufen wollte, kann das hier tun und dabei durch seinen Wasserschleier auf die Landschaft blicken. Noch ein Insider-Tipp: Der Háifoss ist mit 122 Metern der dritthöchste seiner Art. Seine Vegetation ist unglaublich beeindruckend und gewährt uns einen traumhaften Blick in den Canyon.

Island Wasserfall Gullfoss

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Island Seljandfoss

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Island Haifoss

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5. Flexibilität und sich den Gegebenheiten anpassen

Es ist ein heißersehnter Wunsch endlich mal Nordlichter zu sehen. Ich überlasse nichts dem Zufall und checke jeden Tag die Vorhersage für Nordlichter auf der Webseite des Icelandic Meteorological Office, das übrigens auch Auskunft über Erdbeben und Vulkane gibt. Darüber hinaus habe ich eine Alert-App für Polarlichter installiert, die mich stets informiert, wenn die Begebenheiten gutstehen.

Es soll jede Nacht regnen. Doch selbst ein freier Himmel wäre noch keine Garantie für Nordlichter ohne Sonnenaktivität. In der ersten Nacht erhalte ich einen Alert. Es ist schon Mitternacht. Ich denke mir: Lieber jetzt, denn wer weiß, ob es die nächsten Tage noch klappt. Wir fahren 30 Minuten aus Reykjavik raus. Es ist stockdunkel, man sieht buchstäblich die Hand vor Augen nicht. Wir blicken nach oben und sichten einen sternenklaren Himmel. Der KP-Wert für Nordlichter liegt heute bei 2 (schwach). Egal, der Sternenhimmel sieht schon gigantisch aus. Selten habe ich so viele Sterne auf einmal gesehen. Und siehe da, wir haben Glück. Wir schaffen es, die Nordlichter mit unserer Kamera einzufangen.

Island Nordlichter Polarlichter

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6. Sich Neuem öffnen und kennenlernen

Auf Reisen probieren wir immer gerne die landestypische Küche aus. Und naja, Islands „Kulinarik“…wenn man es als solche überhaupt bezeichnen kann, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Doch die Neugier siegt. Wir essen Gammelhai, Trockenfisch und geräuchertes Lamm (eher meine Begleitung, denn ich bin ja Vegetarier und blieb bei Skyr-Torte). Trinken isländisches Bier, Appelsín und Maltextrakt.

Island Gammelhai Trockenfisch

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Island Kulinarik

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7. Sich Auszeiten gönnen und regenerieren ist wichtig

Wer an Island denkt, verbindet es wahrscheinlich automatisch mit Abenteuerurlaub. Es ist aber auch ok, mal nichts zu tun. Im Golden Circle ist das Geothermalbad Laugarvatn Fontana. Es bietet nicht nur heiße Quellen und Saunen, sondern auch weniger Touristen als in der Blauen Lagune. Zumal sie nur die Hälfte kostet. Die heißen Quellen sind perfekt, um sich zwischendurch aufzuwärmen und zu entspannen. Die Wärme wird übrigens aus der tiefen Erde gezogen und strömt in die Dampfbäder. Die Einheimischen nutzen die Heilkraft dieses Dampfbades schon seit 1929.

Laugarvatn Fontana

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Laugarvatn Fontana

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8. Ruhe bewahren – Cool bleiben, auch wenn es heiß wird

Der Háifoss ist noch ein Insider-Tipp, da sein Weg ein wenig beschwerlich ist. Von der Hauptstraße führt ein kleiner Schotterweg knapp zwei Kilometer den Berg hoch. Riesige Schottersteine liegen im Weg. Hoffentlich kriegen wir keinen Platten. Durch die heftigen Regenfälle ist die Straße teilweise heftig überschwemmt, so dass sich die Tiefe nicht erkennen lässt. Wir fahren zwar ein SUV Toyota RAV4, doch sollte es zu tief sein, kann der Motor einen Schaden nehmen. Das wäre schlecht hier so mitten im Nirgendwo und mit dem Handy habe ich kaum bis gar keinen Empfang. Sollen wir weiterfahren? Meine Reisebegleitung steigt aus, überprüft die kritischen Stellen und sagt „machbar“. Erst als wir durchfahren, merken wir wie tief es doch eigentlich ist. Wenn wir jetzt anhalten, bleiben wir vielleicht stecken. Also hilft nur langsam weiter durchfahren. Unsere Abenteuer Off-Road-Fahrt soll belohnt werden.

Island Roadtrip

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Island Wasserfall Háifoss

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Island Wasserfall Háifoss

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Der Artikel erschien ursprünglich auf bereisediewelt.de.

 

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